Demenz darf kein Randthema bleiben

Die beschlossenen Maßnahmen zur Demenzversorgung müssen umgesetzt werden – Umfassende Anfrage für den Ausschuss für Soziales und Gesundheit eingebracht

Das Thema Demenz ist durch zahlreiche Initiativen von uns in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der Beratungen im Ausschuss für Soziales und Gesundheit geworden. Nun legen wir eine weitere umfassende Anfrage vor, die den aktuellen Umsetzungsstand sämtlicher Beschlüsse und Initiativen zum Themenfeld Demenz abfragt.

Bereits 2024 lebten in Braunschweig rund 5.500 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Inzwischen dürfte die Zahl bei etwa 6.000 bis 6.500 liegen – Tendenz steigend. Hinzu kommen tausende Angehörige, die Pflege und Betreuung übernehmen. Eine Heilung ist bislang nicht möglich, der Krankheitsverlauf kann lediglich verzögert werden.

„Demenz ist eine der großen sozial- und gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit“, erklärt unsere Ratsfrau Heidemarie Mundlos. „Wir haben früh erkannt, dass hier kommunales Handeln gefragt ist – und wir werden nicht nachlassen, bis die beschlossenen Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt sind.“

In den vergangenen sechs Jahren haben wir zahlreiche Anfragen und Anträge eingebracht – von der Verbesserung der Diagnostik über alternative Wohnformen wie Dementen-Wohngemeinschaften bis hin zur stufenweisen Optimierung der gesamten Versorgungsstruktur. Auch das von uns angestoßene Dialogforum Demenz hat weiteren Handlungsbedarf deutlich gemacht.

Trotz klarer Ratsbeschlüsse sehen wir weiterhin erhebliche Defizite – etwa beim Ausbau ambulant-gerontopsychiatrischer Pflegedienste, bei niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten oder bei der Einrichtung eines spezialisierten Diagnostikzentrums für das Oberzentrum Braunschweig.

„Beim Thema Demenz bedeutet Stillstand Rückschritt“, betont unser sozialpolitischer Sprecher Thorsten Wendt. „Angesichts steigender Neuerkrankungen reicht es nicht, bestehende Angebote zu verwalten. Wir erwarten von der Verwaltung eine konsequente Umsetzung der Ratsbeschlüsse und eine klare Strategie für eine demenzfreundliche Kommune.“

Mit unserer Anfrage fordern wir unter anderem Auskunft darüber, welche neuen Wohn- und Unterstützungsangebote seit 2020 entstanden sind, wie die Nationale Demenzstrategie vor Ort umgesetzt wird und welche konkreten Schritte zur weiteren Verbesserung der Versorgung geplant sind.

Für uns ist klar: Demenz darf nicht im Schatten anderer Themen stehen. Eine älter werdende Stadtgesellschaft braucht verlässliche Strukturen, koordinierte Hilfsangebote und politische Prioritätensetzung – jetzt.