Tagespflege ausbauen, Fachkräfte gewinnen

Verdoppelung der Tagespflegeplätze bis 2030 – Kommunales Maßnahmenpaket gegen Fachkräftemangel in der Pflege

Wir setzen uns mit einem umfassenden Antrag für eine deutliche Stärkung der Pflegeinfrastruktur in Braunschweig ein. Ziel ist es, die Zahl der bestehenden Tagespflegeplätze bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln und gleichzeitig neue Wege bei der Gewinnung von Pflegefachkräften zu gehen. Ein entsprechender Antrag liegt zur heutigen Ratssitzung vor.

Derzeit gibt es in Braunschweig 142 Tagespflegeplätze in acht Einrichtungen. Nach unserer Vorstellung soll künftig in jedem der zwölf Stadtbezirke mindestens eine Tagespflegeeinrichtung vorhanden sein. Gleichzeitig fordern wir ein kommunales Maßnahmenpaket zur nationalen und internationalen Anwerbung von Pflegekräften.

„Die Herausforderungen einer älterwerdenden Gesellschaft werden in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Deshalb dürfen wir nicht erst reagieren, wenn die Probleme unübersehbar werden, sondern müssen schon heute vorausschauend handeln“, erklärt unser Ratsherr Maximilian Pohler. „Die Tagespflege ermöglicht vielen älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden und entlastet zugleich pflegende Angehörige. Dieses Angebot müssen wir deutlich stärken.“

Nach unserer Auffassung gehört dazu auch ein neuer und kreativer Umgang mit dem zunehmenden Fachkräftemangel in der Pflege. Schon heute bleiben zahlreiche Stellen in Braunschweig unbesetzt. Wir fordern daher ein abgestimmtes Konzept, um Braunschweig als attraktiven Pflege-Standort zu positionieren.

Geplant sind unter anderem Unterstützung bei der Wohnungssuche, bezuschusste Sprachkurse, Patenschaftsprogramme, familienfreundliche Angebote sowie ein mögliches Pflege-Stipendium mit anschließender Tätigkeit in Braunschweig. Auch internationale Kooperationen und Anwerbeabkommen sollen geprüft werden.

„Wir müssen bei der Gewinnung von Pflegekräften neue Wege gehen und auch international denken“, betont die unsere Ratsfrau Heidemarie Mundlos. „Andere Kommunen und Einrichtungen werben längst gezielt um Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler aus dem Ausland. Braunschweig sollte hier ebenfalls aktiv werden und die bestehenden Initiativen besser koordinieren. Gerade bei jungen Menschen braucht es kreative und verlässliche Angebote, damit sie sich für eine Ausbildung und einen langfristigen beruflichen Weg in unserer Stadt entscheiden.“

„Unser Antrag liegt allen Fraktionen seit mehr als einem Monat vor. Wir machen darin klare Vorschläge, über die man heute abstimmen kann. Warum der Antrag wieder in den Sozialausschuss geschoben werden soll, erschließt sich uns nicht. Es war ausreichend Zeit für die anderen Fraktionen, uns ihre Fragen mitzuteilen oder Alternativvorschläge zu unterbreiten. Beides ist nicht erfolgt, das ist einer verantwortungsvollen Mitarbeit im Rat unangemessen“, kritisiert Heidemarie Mundlos.

Wir verweisen zudem darauf, dass die Pflege eine der zentralen Zukunftsfragen der kommunalen Daseinsvorsorge ist. Mit Blick auf die demografische Entwicklung muss Braunschweig frühzeitig die richtigen Weichen stellen. „Eine soziale Stadt zeigt sich besonders darin, wie sie mit älteren und pflegebedürftigen Menschen umgeht“, so Maximilian Pohler abschließend. „Unser Anspruch muss es sein, gute Pflege, menschliche Betreuung und ausreichend Angebote langfristig sicherzustellen.“